DOSB setzt sich für Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm ein
„Die Nordische Kombination ist ein traditionsreicher und prägender Bestandteil der Olympischen Winterspiele. Sie steht seit 1924 ununterbrochen im olympischen Programm und verkörpert in besonderer Weise die Vielfalt und Faszination des Wintersports“, sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert.
Vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Programm der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen betont der DOSB ausdrücklich die weitreichende strukturelle Bedeutung der Disziplin. Die Nordische Kombination ist nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen Nationen eine zentrale Basis- und Ausbildungsdisziplin für Kinder und Jugendliche. Sie bildet vielerorts das Fundament der Nachwuchsentwicklung im nordischen Skisport. Ein Wegfall aus dem olympischen Programm hätte daher erhebliche Auswirkungen über die Disziplin selbst hinaus. Betroffen wären insbesondere die Strukturen im Langlauf und vor allem im Skispringen, deren Nachwuchsarbeit eng mit der Nordischen Kombination verzahnt ist. Ein Ausschluss würde somit nicht nur eine einzelne Sportart treffen, sondern gewachsene Förder- und Ausbildungsstrukturen in vielen Ländern nachhaltig schwächen.
Die Welt der Pins - Warum sind sie so beliebt?
Zwischen Straßenrand und Venue-Eingang, in den Mensen der Olympischen Dörfer oder auf den Tribünen - Überall dort findet während der Olympischen Spiele in Mailand Cortina rege Interaktion statt. „Do you have Pins?“, lautet oft die einleitende Frage. Es geht um die Anstecker der über 90 Nationen. In den verschiedensten Farben, mit ganz unterschiedlichen Motiven und variierend im Seltenheitsgrad sind die Pins sowie das sich daraus entwickelte Tauschgeschäft bei Olympischen Spielen mittlerweile Tradition. Ausgehend von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK‘s) finden sie über die Athlet*innen ihren Weg an die Austragungsorte sowie auch dieses Jahr nach Norditalien.
Biathlon-Staffel erhält Olympia-Gold von Sotschi 2014
Die offizielle Übergabe fand im Rahmen der Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 in Antholz statt. Zwischen den Verfolgungswettkämpfen wurden die Athleten vor rund 20.000 Zuschauer*innen in der Antholzer Biathlon Arena in einer feierlichen Zeremonie geehrt. Unter den Gästen befanden sich auch Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil sowie eine DOSB-Delegation um DOSB-Präsident Thomas Weikert und den Vorstandsvorsitzenden Otto Fricke.
Team Deutschland überzeugt zur Halbzeit der Winterspiele
Klar ist bereits jetzt: Diese Spiele begeistern die Fans.
Mit fast 1,3 Millionen verkauften Tickets und einer Auslastung in den Wettkampfstätten von durchschnittlich 85 Prozent stellen diese Spiele ein grandioses Comeback nach den Winterspielen in Peking 2022 dar, die coronabedingt ohne Zuschauer auskommen mussten.
Die Einschaltquoten im deutschen Fernsehen sind im Vergleich zu den vorherigen Winterspielen deutlich gewachsen - was unter anderem ein Effekt der fehlenden Zeitverschiebung sein wird, zeigt doch auch das große Interesse der Fans an den Winterspielen im Herzen Europas an traditionellen Wettkampforten.
Otto Fricke, DOSB-Vorstandsvorsitzender: „Das Besondere am Sport und an Olympischen Spielen ist, dass das, was das Team D hier macht, zu einem Resultat führt, das bei vielen Menschen und im Team selbst ein Lächeln erzeugt. Unsere Athletinnen und Athleten gehen mit gutem Beispiel voran, sie zeigen starke Leistungen, die oft - aber nicht immer - zu Medaillen führen und sie sind nahbar und zugänglich. Es wird gefeiert mit Familie, Freunden und Fans vor Ort und über digitale Wege in Deutschland. Diese Spiele transportieren die ganze Freude, die von Wintersport ausgeht.“
„Werbung für die Winterspiele, wie man sie sich nur wünschen kann“
Seinen persönlichen Jubeltag hatte Olaf Tabor schon vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Norditalien. Am 3. Februar feierte er in Livigno im Kreise einiger Teammitglieder aus dem Geschäftsbereich Leistungssport in seinen 55. Geburtstag hinein. Daraus eine große Sache zu machen, das fiele dem Chef de Mission des deutschen Teams nicht im Traum ein. Sein Fokus liegt darauf, den 185 für das Team Deutschland nominierten Athletinnen und Athleten bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Nach acht von 16 Wettkampftagen zieht er eine ausführliche Halbzeitbilanz.
DOSB: Olaf, als Chef de Mission liegt auf dem sportlichen Abschneiden unseres Teams dein Hauptaugenmerk. Hat das Team D bislang die Medaillen gewonnen, die du dir erhofft hattest?
Olaf Tabor: Im Wesentlichen ja. Das Rodel-Team hat sehr verlässlich abgeliefert, drei von fünf Goldmedaillen und dazu zwei weitere Medaillen bei den Doppelsitzern sind eine starke Bilanz, insbesondere die Dominanz in der Teamstaffel war ein sehr erfreulicher Abschluss. Bei den Skeletonis dürfen wir mit je zwei Silber- und Bronzemedaillen in den Einzelwettbewerben auch sehr zufrieden sein. Nun hoffe ich natürlich, dass es im Eiskanal in der zweiten Woche bei den Bob-Wettbewerben ebenso erfolgreich weitergeht, denn die Schlittensportarten sind die Basis für unsere Medaillenbilanz. Wir sehen aber auch, dass die anderen Nationen uns das Leben genauso schwer machen, wir wir es erwartet haben. Ich freue mich aber vor allem, dass wir bislang großartigen Sport gesehen haben. Diese Spiele haben einen tollen Anlauf genommen.
Gab es Medaillengewinne, die dich überrascht haben, oder auch ein Abschneiden, das dich enttäuscht hat?
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Spiele für die alpinen Frauen so gut angelaufen sind. Emma Aicher hat ihr herausragendes Potenzial sehr gut abrufen können. Sie hat mit ihrer Medaille in der Abfahrt dafür gesorgt, dass die Stimmung im Team D von Beginn an gut war. Sie ist ein Juwel und ein Vorbild trotz ihres jungen Alters. Dass sie und Kira Weidle-Winkelmann im Super-G ausgeschieden sind, kann passieren, denn wenn man auf Angriff fährt, muss man damit rechnen, dass es auch schief gehen kann. Aber mir gefällt sehr, wie mutig die beiden hier auftreten. Das überraschendste Highlight war aber der Olympiasieg von Philipp Raimund von der Normalschanze und seine sehr sympathischen Reaktionen darauf. Und natürlich sind wir sehr stolz darauf, dass die Tobis sich mit ihrer siebten Goldmedaille den Status als erfolgreichste deutsche Athleten bei Olympischen Winterspielen gesichert haben. Das ist eine unglaubliche sportliche Lebensleistung. Etwas schwierig ist es bislang für die Nordischen Kombinierer und im Langlauf, sie haben unter den herausfordernden Bedingungen zu leiden und konnten ihre Leistungsfähigkeit noch nicht unter Beweis stellen. Aber auch da bin ich für die zweite Woche weiterhin optimistisch.
Erstmals seit 2006 sind wieder beide Eishockey-Teams dabei. Wie gefällt dir, was du von ihnen bislang gesehen hast?
Die Frauen sind unseren Erwartungen gerecht geworden, sie haben sich fürs Viertelfinale qualifiziert. Dort gegen einen der beiden Topfavoriten auszuscheiden, ist keine Schande. Ich denke, dass dieses Turnier für den Stellenwert des Frauen-Eishockeys sehr wichtig war. Die Männer sind etwas holprig gestartet, und für sie kommen die harten Prüfsteine erst. Es ist sicherlich nicht ganz einfach, auf die Schnelle neun Profis aus der NHL zu integrieren. Ich bin aber durchaus optimistisch, dass es mit dieser Mannschaft weit gehen kann. Ich habe eigentlich nicht vor, noch einmal nach Mailand zu fahren. Aber wenn die Eishockey-Männer am kommenden Wochenende noch im Wettbewerb sind, werde ich meine Reisepläne mit großer Freude ändern. Und ich rechne auch damit, dass uns die Curling-Männer noch viel Vergnügen bereiten werden.
Du bist während der Spiele zwischen den fünf Clustern unterwegs. Welche Erfahrungen hast du mit der Infrastruktur gemacht, um die es vor Beginn der Spiele ja viele Diskussionen gegeben hatte?
Die Befürchtungen waren erheblich, aber nur sehr wenig von dem, was die Pessimisten vorausgesehen haben, ist eingetroffen. Mir ist bekannt, dass es an einigen Wettkampfstätten Klagen über verspätete, überfüllte oder gar nicht fahrende Busse gab, über mangelnde Ortskenntnis der Fahrer und Probleme beim Anlegen von Schneeketten. Aber meines Eindrucks nach haben die Organisatoren schnell und nachhaltig nachgebessert und sich auf die jeweiligen Problemstellungen eingestellt. Ich möchte den Gastgebern deshalb bescheinigen, dass sie einen sehr guten Job machen und unter Beweis gestellt haben, dass sie ein Event von dieser Größe sehr routiniert ausrichten können. Auch im Bereich der Verpflegung, wo es anfangs die durchaus üblichen Anlaufschwierigkeiten gab, wurde sehr schnell nachjustiert. Mittlerweile läuft alles durchaus rund.
Gilt das auch für die Wettkampfstätten? Auch da gab es ja im Vorhinein viele Befürchtungen, ob alles rechtzeitig fertig werden würde.
Meiner Kenntnis nach gibt es nirgendwo Klagen darüber, dass die Wettkampfstätten nicht voll funktionsfähig wären. In Mailand läuft der Spielbetrieb in den Eishockey-Arenen reibungslos, auch im Curling-Stadion in Cortina, wo am ersten Spieltag der Strom ausgefallen war, ist alles im Fluss. Ich habe es nicht anders erwartet, und ich möchte dem Organisationskomitee schon jetzt meinen Dank und Respekt aussprechen.
Durchaus respektabel scheint bislang auch das Auftreten von Team D zu sein. Wie zufrieden bist du mit unseren Athletinnen und Athleten in ihrer Rolle als Botschafterinnen und Botschafter Deutschlands?
In der Fortsetzung eines herausragenden Auftretens bei den Sommerspielen in Paris 2024 präsentiert sich auch hier in Norditalien eine deutsche Mannschaft, die sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst ist. Ich finde, dass unsere Medaillengewinner sehr herzerfrischend und offen auftreten und sich diejenigen, die nicht gewinnen, als sehr faire Sportsleute präsentieren. Die Resonanz in den Medien ist bislang hervorragend. Die Nahbarkeit unseres Teams ist ein großes Plus. Sie treten als sympathische und authentische Botschafter für Deutschland auf und machen Werbung für die Winterspiele, wie man sie sich nur wünschen kann. Ich freue mich auch darüber, dass unser Deutsches Haus in Cortina für alle Athletinnen und Athleten ein wichtiges Ziel ist. Der Medal Walk gilt als legendär und zählt zu den olympischen Momenten, die alle gern erleben wollen.
Die Entwicklung der Nachhaltigkeit im DOSB und im deutschen Sport
„Wir bewegen den Sport, weil Sport alle(s) bewegen kann.“ Unter diesem Motto steht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und es bringt die besondere gesellschaftliche Kraft des organisierten Sports auf den Punkt. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Vereinen entfaltet er in Deutschland eine einzigartige Breitenwirkung. Als größter Bewegungsanbieter fördert er nicht nur Gesundheit und Leistungsfähigkeit, sondern bringt Menschen unabhängig von Alter, geschlechtlicher und sexueller Identität, Nationalität oder Ethnie, Religion oder Weltanschauung, Behinderung oder sozialer Herkunft zusammen. Als Orte non-formaler Bildung, gelebter Demokratie und aktiver Teilhabe sind Sportvereine wichtige Akteure einer sozial-ökologischen Transformation.
Der Sport muss Verantwortung übernehmen
Denn auch der Sport steht vor den Herausforderungen des Klimawandels und ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen sowohl durch aktiven Klimaschutz als auch durch Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen im Trainings- und Wettkampfbetrieb. Sport lebt seit jeher von Fairness, Verantwortung, Gemeinschaft und Verlässlichkeit – Werte, die zugleich das Fundament nachhaltiger Entwicklung bilden. Nachhaltiges Handeln ist daher nicht neu, sondern tief in den Strukturen des Sports verankert.
Nachhaltigkeit strategisch verankern
Die vielfältigen Wirkungen des organisierten Sports zahlen auf zahlreiche der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein – von Gesundheit und Bildung über Gleichstellung und Teilhabe bis hin zu verantwortungsvoller Organisationsführung und Ressourcenschutz. Um dieses Potenzial systematisch zu stärken, hat der DOSB Nachhaltigkeit strategisch verankert. Im Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategie stehen fünf Handlungsfelder: Gesundheit leben, Bildung fördern, Gemeinschaft stärken, verantwortungsvoll zusammenarbeiten und ökologisch handeln. Ziel ist ein langfristiger Orientierungsrahmen, der nachhaltiges und zukunftsgerichtetes Handeln in allen Bereichen des organisierten Sports ermöglicht.
Bereits 2019 wurde eine erste Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die vor allem ökologische Aspekte in den Fokus stellte. Die aktuelle Weiterentwicklung richtet den Blick umfassender auf den Beitrag des Sports zu allen SDGs und hat den Blick auf den gesamten organisierten Sport erweitert. Die Nachhaltigkeitsarbeit des DOSB hat sich dabei von einem zunächst überwiegend ökologisch geprägten Ansatz hin zu einem ganzheitlichen Verständnis entwickelt, das alle drei Dimensionen systematisch miteinander verbindet. Diese Weiterentwicklung macht deutlich: Nachhaltigkeit ist ein dynamischer Prozess des Lernens und Fortschreibens.
Women on Fire - Ni una menos
Bereits zum 14. Mal wird auch vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstriert. Mit einer Tanzdemo macht One Billion Rising jährlich am Valentinstag eindrucksvoll auf die weit verbreitete Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen* und Mädchen* aufmerksam - und ruft dazu auf, nicht länger zu schweigen, sondern gemeinsam für Gerechtigkeit, Sicherheit und Gleichberechtigung einzutreten.
„Ich halte nichts davon, als Funktionärs-Groupie aufzutreten“
Als Otto Fricke aus dem Auto steigt, das ihn aus Bormio über den Foscagno-Pass nach Livigno gebracht hat, wird schnell klar, dass dies der Ort ist, an dem er die gesamten Olympischen Winterspiele verbringen könnte. Und das liegt nicht daran, dass der niederländische Skiverband hier ein zweites „Casa Olandia“ betreibt, das auf Fricke, der fließend Niederländisch spricht und unseren westlichen Nachbarn als sein zweites Lieblingsland bezeichnet, eine gewisse Anziehungskraft ausüben könnte. Das auf 1816 Metern über dem Meeresspiegel liegende Winterwunderland in den lombardischen Alpen bietet vielmehr genau jenes Gefühl, das Menschen, die wie Fricke zum ersten Mal Winterspiele besuchen, in ihrer Vorstellung mit dem größten Wintersport-Event der Welt verbinden. Livigno, das ist Wintersport der alten Schule, auch wenn hier die jüngsten olympischen Disziplinen Snowboard und Ski Freestyle ausgetragen werden, und Otto Fricke spürt diesen Vibe sofort.
Der 60-Jährige ist seit 1. September vergangenen Jahres Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er ist passionierter Skifahrer, fühlt sich auf der Buckelpiste am wohlsten, auch deshalb wollte er unbedingt nach Livigno, obwohl er schweren Herzens darauf verzichtet hat, die eigene Ausrüstung mitzunehmen. „Es ist nicht mein Job, hier Ski zu fahren“, sagt er, „auch wenn es mir schon leid tut, wenn ich die tollen Pisten und die Schneeverhältnisse hier sehe.“ Sein Job ist es, den DOSB in Norditalien dort zu vertreten, „wo ich gebraucht werde.“ Und deshalb hat er sich vorgenommen, bis zum Ende der 25. Olympischen Winterspiele alle Austragungsorte abzuklappern. Begonnen hat seine Reise mit der Eröffnungsfeier in Mailand am 6. Februar, er war schon in Bormio, von Livigno sollte es nach Cortina gehen, von wo aus es nicht allzu weit ist nach Antholz und nach Val di Fiemme.
Was genau die Aufgaben des höchstrangigen Hauptamtlers im Dachverband des organisierten deutschen Sports sind, haben Otto Fricke in den vergangenen Wochen viele gefragt. Nach der ersten Woche kann der Haushaltspolitiker, der für die FDP insgesamt 17 Jahre im Bundestag saß, darauf dezidierte Antworten geben. „Ich gehe natürlich auch zu Sportveranstaltungen. Aber in erster Linie bin ich hier, um mit möglichst vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen rund um das Team D zu sammeln und manche für unsere Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele relevante Dinge zu erfahren", sagt er.
Wo Sport verbindet, entsteht Integration
Seit über drei Jahrzehnten zeigt das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, was Sport leisten kann: Zugehörigkeit schaffen, Teilhabe ermöglichen, Demokratie erlebbar machen. Zum 20-jährigen Bestehen des DOSB lohnt ein Blick auf ein Programm, das Integration nicht verspricht, sondern lebt - jeden Tag, in tausenden Vereinen bundesweit.
Ein Trainingsabend in einer Sporthalle irgendwo in Deutschland: unterschiedliche Sprachen, verschiedene Lebensgeschichten - und eine gemeinsame Regel: Fair Play. Was hier passiert, nennen wir oft „Integration“. Tatsächlich ist es das, was Sport seit jeher ausmacht: Menschen zusammenzubringen. Denn Integration geschieht im Sport, im Verein vor Ort oft „nebenbei“ und zeigt uns, dass Integration kein erklärtes Ziel sein muss, sondern das Ergebnis gemeinsamen Handelns ist. Genau darin liegt die Kraft des gemeinsamen Sporttreibens.
Integration als Chance
Der DOSB versteht Sportvereine deshalb nicht nur als Orte der Bewegung, sondern als soziale Infrastruktur. In einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Vielfalt und zunehmender Herausforderungen für den Zusammenhalt ist diese Rolle wichtiger denn je.
Mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ wurde diese Haltung früh institutionell verankert. Das Programm wird vom DOSB gesteuert, durch das Bundesministerium des Innern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und über die 16 Landessportbünde bundesweit umgesetzt. So entsteht ein starkes Netzwerk, das nah an den Menschen arbeitet und zugleich bundesweit wirkt.
Ein System, das trägt - vom Verein bis zur Bundesebene
Herzstück von IdS sind die ca. 1.400 geförderten Vereine in ganz Deutschland. Sie bieten Sportangebote für Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte und schaffen niedrigschwellige Zugänge in das Vereinsleben. Begleitet werden sie von den IdS-Teams in den Landessportbünden, die beraten, qualifizieren und vernetzen. Der DOSB sorgt für die bundesweite Koordination, während die Förderung durch den Bund verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Dieses Zusammenspiel aus Ehrenamt und Hauptamt ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Jahr für Jahr setzen IdS-Vereine über 4.000 integrative Maßnahmen um - von Trainingsangeboten über Bildungsformate bis hin zu Begegnungsprojekten in den Kommunen.
Mehr als Sport: Wirkung für Gesellschaft und Demokratie
Studien und die langjährige wissenschaftliche Begleitung des Programms zeigen: Sportvereine leisten weit mehr als sportliche Betätigung - sie sind soziale Infrastruktur. Sie fördern Sprachpraxis, bauen Berührungsängste ab und vermitteln demokratische Werte durch gemeinsame Regeln und zivilgesellschaftliches Engagement. Fast 40 Prozent der IdS-Vereine unterstützen ihre Mitglieder auch über den Sport hinaus - etwa bei Hausaufgaben, Behördengängen und der Sprachförderung.
Diese Arbeit wirkt präventiv gegen Ausgrenzung und stärkt die Zugehörigkeit auf allen Seiten. In der überwiegenden Mehrheit der IdS-Vereine konnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden. Gleichzeitig profitieren auch die Vereine selbst: Vielfalt macht sie attraktiver und zukunftsfähiger. Allein im Jahr 2024 gewannen IdS-Vereine über 35.000 neue Mitglieder, fast die Hälfte davon mit Migrationsgeschichte.
Doch Gesellschaftlicher Wandel ist nicht konfliktfrei. Debatten um Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Teilhabe verlaufen zunehmend polarisierend. Mit Qualifizierungsmaßnahmen wie „Fit für die Vielfalt“ stärkt IdS Vereine und Engagierte darin, Haltung zu zeigen und zugleich handlungsfähig zu bleiben. Denn Vielfalt braucht nicht nur Offenheit, sondern auch Kompetenzen im Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Warum eine gesicherte Förderung den Unterschied macht
Integration braucht Zeit, Vertrauen und verlässliche Strukturen, gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten. Kurzfristige Förderlogiken oder finanzielle Kürzungen gefährden das, was über Jahre aufgebaut wurde. Sie schwächen Engagement, brechen Netzwerke auf und erschweren langfristige Planungen, gerade dort, wo Stabilität besonders wichtig ist.
Die Förderung von „Integration durch Sport“ ist deshalb mehr als eine Haushaltsentscheidung des Bundes. Sie ist ein politisches Signal und trägt zur Gestaltung einer offenen Gesellschaft bei. Jeder in das Programm investierte Euro stärkt nicht nur Vereine, sondern die soziale Infrastruktur in Städten und Gemeinden.
Eine nachhaltige Förderung sichert diese Wirkung langfristig - und macht Integration im und durch den Sport verlässlich möglich.
Der olympische Winter beginnt: Spiele von Mailand Cortina 2026 eröffnet
Gastgeber Italien feierte den Start der Spiele mit einer Premiere: Erstmals fand die Zeremonie zeitgleich an mehreren Standorten statt. Hauptbühne war das Stadion San Siro in Mailand, parallel wurden in Cortina d’Ampezzo, Predazzo und Livigno weitere Eröffnungsfeiern umgesetzt. Um 23.27 Uhr wurde die olympische Flamme zeitgleich in Mailand und Cortina entzündet. Olympiasieger und Skirennläufer Alberto Tomba sowie Olympiasiegerin und Skirennläuferin Deborah Compagnoni entzündeten die olympische Flamme in Mailand. In Cortina d’Ampezzo übernahm diese Aufgabe Olympiasiegerin und Skirennläuferin Sofia Goggia.
Angeführt vom Fahnenträger-Duo Leon Draisaitl (30/Edmonton Oilers) in Mailand und Katharina Schmid (29/SC Oberstdorf) in Predazzo zog Team Deutschland ein. Insgesamt nahmen 130 Athlet*innen von Team D an den verschiedenen Zeremonien teil. Team Deutschland lief gemäß olympischer Tradition, angeführt von den griechischen Athlet*innen, in alphabetischer Reihenfolge des Gastgeberlandes als 32. Nation hinter Georgien und vor Jamaika ein.
Der Startschuss für Mailand Cortina 2026
Der Countdown geht in den Endspurt! An diesem Freitagabend um 20 Uhr starten mit der Eröffnungsfeier die 25. Olympischen Winterspiele. Gastgeber ist Italien, das die Wettkämpfe über fünf Cluster (Mailand, Cortina d’Ampezzo, Predazzo/Tesero, Livigno/Bormio und Antholz) verteilt.
Rund 2900 Athlet*innen gehen in Norditalien an den Start, deutlich mehr als 2018 in Pyeongchang (Südkorea), das mit 2922 Teilnehmenden bis dato die Bestmarke hält. Nach der Aufnahme von Skibergsteigen sind erstmals acht Sportarten Teil des Olympiaprogramms. In 16 Disziplinen stehen 116 Entscheidungen an. Das Team Deutschland ist mit 185 Athlet*innen vor Ort.
Sportdeutschland hat gewählt: Schmid und Draisaitl tragen die deutsche Fahne
Wie es sich anfühlt, wenn olympische Träume schon vor dem Start der Spiele in Erfüllung gehen, davon können Katharina Schmid und Leon Draisaitl seit diesem Mittwoch berichten. Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport im DOSB und Chef de Mission des Team D bei den Winterspielen in Norditalien, informierte die Skispringerin vom SC Oberstdorf und den Eishockey-Topstar von den Edmonton Oilers aus Nordamerikas Profiliga NHL telefonisch darüber, dass sie bei der Eröffnungsfeier am Freitagabend die deutsche Fahne tragen werden. Allerdings - und das ist ein Novum in der olympischen Geschichte - wegen der großen Entfernungen zwischen den Austragungsstätten getrennt. Draisaitl, der am Freitagmorgen aus Kanada einfliegt, wird die deutsche Delegation ins Mailänder Stadion San Siro führen. Schmid trägt die Fahne bei der zeitgleich stattfindenden Eröffnungsfeier in Predazzo.
Die 29-Jährige, die ihre vierten Winterspiele erlebt, war von der Nachricht noch so aufgewühlt, dass sie sich zum Gespräch mit dem DOSB am Telefon mit ihrem Geburtsnamen Althaus meldete. „Ich bin so aufgeregt! Das ist eine riesige Ehre für mich. Wir haben so viele tolle Sportlerinnen und Sportler, und dass ich ausgewählt wurde, ist unglaublich“, sagte sie nach der Ankunft im Olympischen Dorf. Leon Draisaitl erhielt die frohe Kunde am Morgen des „Battle of Alberta“, zu dem er mit seinen Oilers bei den Calgary Flames antrat. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Dass mich nicht nur die Fans, sondern auch die Athleten gewählt haben, ist eine riesige Ehre, die mich unfassbar stolz macht“, sagte er.
Die Entscheidung für das Duo fiel in einer gemeinsamen Wahl in der Öffentlichkeit und unter den 185 Athlet*innen des Team D, die vom 26. Januar bis einschließlich 3. Februar lief. An der öffentlichen Wahl beteiligten sich mehr als 135.000 deutsche Fans. Zu den Winterspielen in Peking 2022 waren 120.000 Stimmen aus der Öffentlichkeit abgegeben worden. Die Stimmen aus beiden Gruppen wurden zu je 50 Prozent gewichtet für das Gesamtergebnis gezählt. Die weiteren Kandidat*innen, die zur Abstimmung standen, waren Ramona Hofmeister (29/Snowboard), Laura Nolte (27/Bob), Johannes Rydzek (34/Nordische Kombination) und Tobias Wendl (38/Rennrodeln).
Mailand Cortina 2026: So wohnt Team Deutschland bei Olympia
Die ersten Athlet*innen beziehen aktuell ihre Unterkünfte bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den Wettkampfstätten setzt das Organisationskomitee auf mehrere Olympische Dörfer und Hotelkomplexe.
„Die Bedingungen im Olympischen Dorf in Cortina sind sehr gut und bieten den Team D Athlet*innen gute Voraussetzungen für die Vorbereitung auf ihre Wettkämpfe. Die Container sind zwar nicht besonders groß, dafür aber gut beheizt und funktional eingerichtet. Die Schneelandschaft und das gemeinsame Leben im Dorf sorgen darüber hinaus für eine besondere olympische Atmosphäre und ermöglichen den Austausch mit Athlet*innen aus anderen Nationen“, berichtet Thomas Arnold, DOSB-Vorstand Finanzen, der im Olympischen Dorf in Cortina untergebracht ist und das Team D Office vor Ort unterstützt.
Wie viele Olympische Dörfer gibt es bei Mailand Cortina 2026?
Bei den Winterspielen 2026 gibt es insgesamt drei offizielle Olympische Dörfer. Ein großes Hauptdorf in Mailand und zwei weitere Dörfer in Cortina d’Ampezzo und Predazzo. In den Wettkampforten Bormio, Livigno sowie Antholz/Anterselva werden zusätzlich mehrere Hotels zu funktionalen Olympischen Dörfern zusammengefasst.
Warum sind die Olympischen Dörfer auf mehrere Standorte verteilt?
Die Wettkämpfe finden über weite Teile in Norditalien statt. Mehrere Dörfer ermöglichen kurze Wege zu den Wettkampfstätten und eine bessere Anpassung an die unterschiedlichen Sportarten. Von Eishockey und Eisschnelllauf bis zu alpinen und nordischen Disziplinen.
Wie viele Athlet*innen wohnen insgesamt in den Olympischen Dörfern?
Rund 1.700 Betten gibt es allein im Olympischen Dorf in Mailand, etwa 950 Athlet*innen aus 41 Nationen wohnen dort, zudem mehrere hundert Betreuer*innen. Das Dorf hat eine Größe von 38.000 m2 - das entspricht rund 21 Eishockeyfeldern.
Im Dorf in Cortina stehen 1.400 Betten in rund 350 Containern zur Verfügung. Hinzu kommen Athlet*innen, die in den Hoteldörfern in Predazzo, Livigno, Bormio und Antholz/Anterselva untergebracht sind.
Die Bedeutung des Leistungssports in Deutschland
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßt gemeinsam mit Athleten Deutschland die Veröffentlichung erster Ergebnisse des vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Forschungsprojekts „Gesellschaftliche Bedeutung des Spitzen- und Leistungssports in Deutschland (GUIDE)“.
Das Projekt untersucht den gesellschaftlichen Nutzen des Spitzen- und Leistungssports in unterschiedlichen Wirkungsfeldern. Im Fokus stehen sowohl die Erwartungen der Bevölkerung als auch empirisch belegbare Wirkungspotenziale. Ziel ist es, vielfach angenommene Effekte, etwa im Hinblick auf Vorbildfunktion, Wertevermittlung, nationale Identifikation oder internationales Ansehen, systematisch und empirisch zu überprüfen.
Das BISp-Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer evidenzbasierten Auseinandersetzung mit der staatlichen Leistungssportförderung in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr haben Athleten Deutschland und der DOSB im Rahmen einer repräsentativen SINUS-Studie gesellschaftliche Erwartungen an den Leistungssport und die Spitzensportförderung empirisch erheben lassen. Die im Sommer 2025 veröffentlichten Ergebnisse der SINUS-Studie liefern eine differenzierte Bestandsaufnahme der Wahrnehmung des Leistungssports in der Gesellschaft.
Die nun vorliegenden ersten Ergebnisse des BISp-Forschungsprojekts in Form von Fact Sheets ermöglichen es erstmals, diese gesellschaftlichen Erwartungen den empirisch nachweisbaren Wirkungen des Leistungssports gegenüberzustellen. Damit eröffnen sich für alle Stakeholder weitere Diskursräume, die insbesondere im weiteren Prozess rund um das Sportfördergesetz und die geplante Errichtung einer Spitzensportagentur genutzt werden sollten.
Silbernes Lorbeerblatt für Deaflympics und World Games Athlet*innen
81 Athlet*innen haben sich am 4. Februar 2026, auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in das Schloss Bellevue eingefunden. Die Medaillengewinner*innen der World Games in Chengdu sowie der Sommer-Deaflympics in Tokio wurden mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, dem Silbernen Lorbeerblatt, gewürdigt.
In seiner Ansprache beschrieb der Bundespräsident die besondere Stimmung der Veranstaltung: „Immer nämlich, wenn ich das Silberne Lorbeerblatt an verdiente Sportlerinnen und Sportler aushändigen darf, habe ich das Gefühl, dass eine besondere Atmosphäre entsteht. Dass ein besonderer frischer Wind durch die Räume weht: eine Mischung aus Freude und Leidenschaft, aus Mut und Einsatzbereitschaft, aus Ausdauer und Selbstüberwindung, aus Selbstbewusstsein und Teamgeist, aus Lust am Wettbewerb und aus Wille zum Gewinnen.“
Gemeinsam mit Christiane Schenderlein, Staatsministerin Sport und Ehrenamt, überreichte Frank-Walter Steinmeier die Auszeichnungen und, gerichtet an die Deaflympics Athlet*innen, betonte er: „Solche sportlichen Leistungen und Erfolge sind sicher auch Ermutigung für andere Gehörlose, sich einem Team oder Verein anzuschließen und sich selber sportlich auszuprobieren und herauszufordern. Die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler der Deaflympics sind ganz gewiss für andere mit dem gleichen Handicap Motivation und vielleicht auch Vorbild. Gerade deswegen sind ihre Erfolge sozusagen doppelt wichtig und Grund zur Freude für uns alle.“
Der Bundespräsident hob den besonderen Stellenwert der World Games hervor und, „umso schöner finde ich, dass in diesen bedeutenden Spielen die deutschen Mannschaften seit Langem so hervorragend abschneiden – und das in vielen, wenn nicht allen ihren Disziplinen. Dieses Mal, in Chengdu, sind sie so im Medaillenspiegel hinter den gastgebenden Chinesen auf dem zweiten Platz gelandet. Aber in der ewigen Tabelle aus allen bisherigen World-Games-Austragungen belegen sie den ersten Platz.“
Mit der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes unterstrich der Bundespräsident die Bedeutung der Deaflympics und der World Games sowie der Werte des Sports wie Fairness, Leistungsbereitschaft, Zusammenhalt und gesellschaftliches Miteinander. (Quelle: Bundespräsidialamt)
Para-Biathletin Anja Wicker ist „Sportlerin des Monats“ Januar
Anja Wicker hat ihre starke Saison eindrucksvoll gekrönt: Neben dem Gewinn des Gesamtweltcups feierte die Stuttgarterin einen viel beachteten Heimsieg im Sprint über 7,5 Kilometer im Nordic-Center Notschrei und sammelte darüber hinaus zahlreiche weitere Podestplatzierungen im Biathlon und im Langlauf. Für diese eindrucksvollen Leistungen wählten die von der Sporthilfe geförderten Athletinnen und Athleten Anja Wicker mit 43,2 Prozent zur „Sportlerin des Monats“ Januar.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur „Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats“ ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und
-athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten drei Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Anja Wicker setzte sich bei der Wahl gegen das Bobteam Lochner (40,3%) und das Rodel-DuoTobias Wendl und Tobias Arlt (18,7%) durch. Johannes Lochner hatte gemeinsam mit seinem Team eine herausragende Saison mit dem Gewinn der Gesamtweltcups im Zweier- und Viererbob gekrönt und sich zudem zusammen mit Anschieber Georg Fleischhauer den Europameistertitel im Zweierbob gesichert. Wendl und Arlt überzeugten mit dem souveränen Gewinn des Europameistertitels im Doppelsitzer in Oberhof und bauten mit ihrem zweiten Weltcupsieg in Folge die Führung im Gesamtweltcup weiter aus - ein deutliches Ausrufezeichen für die olympischen Wettkämpfe in Mailand und Cortina.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
Weltkrebstag 2026: Gemeinsam einzigartig
Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger erhielt im Laufe ihrer Karriere gleich zweimal die Diagnose Krebs und kämpfte sich dennoch zurück an die Weltspitze. Wie es ihr damit erging und wie sie es schaffte wieder zurück in den Spitzensport zu finden, gibt es im aktuellen Podcast „Gesund in Sportdeutschland“ zu hören.
Auch Elena Semechin erhielt mitten in ihrer Karriere die Diagnose Krebs. Ende 2025 wurde die Schwimmern mit dem Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport im Rahmen der Veranstaltung „Sportler*in des Jahres“ ausgezeichnet. Sie ist eine Athletin, die mit ihrem unerschütterlichen Willen zeigt, dass eine Krebserkrankung nicht das Ende der Leistungssportkarriere bedeuten muss. Nach Entfernung eines Hirntumors im Alter von 28 Jahren wiederholte sie in Paris bei den Paralympics den Gewinn der Goldmedaille.
Siegeswille und Lebensmut – Ann-Katrin Bergers Geschichte zum Weltkrebstag
Die Nationalspielerin hat zwei Krebserkrankungen hinter sich und spricht offen über ihren Weg durch diese herausfordernde Zeit. Anlässlich des diesjährigen Weltkrebstages am 4. Februar unter dem Motto „United by Unique“ teil sie in Episode 5 der 4. Staffel unseres Podcasts „Gesund in Sportdeutschland“, was ihr Kraft gegeben hat, wie ihr unerschütterlicher Siegeswille sie getragen hat und warum Lebensmut, Vertrauen und innere Stärke für sie entscheidende Schlüssel zur Genesung waren. Eine inspirierende Geschichte, die Hoffnung macht - für Betroffene und alle, die zuhören.
Das sind die beliebtesten Trendsportarten für den Winter
Wintersport ist längst mehr als Skifahren und Rodeln. Neue Sportarten entstehen, getragen von dem Interesse an neuen Sportarten und dem Bedürfnis nach ganzjähriger Fitness. Hinzu kommt: Trends verbreiten sich über Social Media schneller als je zu vor. Wir werfen einen Blick auf die spannendsten Trendsportarten, die den Winter aktuell prägen.
Am Anfang war ein Trend
Was als Nische beginnt, wird schnell zum Trend und birgt das Potenzial zur etablierten Sportart. Im Wintersport fest verankert ist heutzutage das Snowboarden. Die Sportart, welche in den späten 1980er Jahren als rebellische Gegenbewegung und Trendsportart galt, ist heute nicht mehr von den Skipisten wegzudenken und sogar fester Bestandteil der Olympischen Winterspiele.
Skitourengehen/Skimo
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina 2026 erstmals dabei ist das Skibergsteigen (Skimo). Die schnelle, konditionell höchst anspruchsvolle Sportart ist die als Wettkampf ausgetragenen Form des Skitourengehens. Skitourengehen erlebt in den letzten Jahren als Leistungssport, wie auch als Freizeitsport eine echte Renaissance. Da Skitourengehen sowohl einiges an Kondition als auch an Erfahrung benötigt, hat der Deutsche Alpenverein (DAV) alles aufgelistet, was ihr wissen müsst: Skitourengehen: Varianten und Überblick | Bergsport im Winter | DAV
Digitalisierung und KI im Sport - Innovation mit Verantwortung
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind längst im Sport angekommen. Sie prägen Trainingsmethoden, Organisationsstrukturen und Verwaltungsprozesse im Breiten- wie im Leistungssport. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und ethische Verantwortung. Eine zentrale Frage ist: Kann Fortschritt und Innovation gelingen bei gleichzeitiger Wertebewahrung?
„Der Wandel ist sehr heterogen“
Der organisierte Sport in Deutschland ist historisch gewachsen und entsprechend vielfältig aufgestellt. Die mehr als 86 Tausend Sportvereine sowie die Sportverbände und Landessportbünde unterscheiden sich stark in Größe, Struktur und Ressourcen. Entsprechend verschieden ist auch der Stand der Digitalisierung. Während einige Organisationen bereits datenbasiert arbeiten und digitale Plattformen nutzen, stehen andere noch am Anfang. „Doch der Austausch und die Kooperation wachsen“, berichtet Morten Pohl, Prozessmanager Digitalisierung und KI beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). „Beides ist enorm wichtig, denn durch den inhaltlichen Austausch verbreiten sich erfolgreiche Konzepte und ersparen vor allem im Ehrenamt wertvolle Arbeitszeit.“
Chance für den Breiten- und Leistungssport
Die Potenziale von Digitalisierung und KI zeigen sich je nach Bereich unterschiedlich. Im Leistungssport ermöglichen datenbasierte Anwendungen eine präzisere Trainingssteuerung, gezielte Talententwicklung und verbesserte Verletzungsprävention.
Im Breitensport hingegen stehen andere Ziele im Vordergrund: organisatorische Entlastung, niedrigere Zugangshürden und nutzerfreundliche digitale Angebote. Genau hier setzt Matthias Hübner an. Als Leiter der Digitalisierung bei SPORTDEUTSCHLAND verantwortet er zentrale Digitalprojekte im organisierten Sport. „Was wir im Breitensport beobachten, ist eine große Vielfalt an digitalen Lösungen“, sagt Hübner. „Erfolg stellt sich dann ein, wenn wir Standards schaffen, Kooperationen stärken und alle Beteiligten aktiv einbinden.“
Olympische Winterspiele 2026: So steht es um das deutsche Medaillenpotenzial
Ihr kennt es alle: Wenn Olympische Spiele anstehen, ist Orientierung wichtig. Wo sehe ich wann was, welches sind die Wettbewerbe, die aus deutscher Sicht besondere Aufmerksamkeit verdienen? Da in Norditalien die Wettkämpfe auf fünf Cluster aufgeteilt sind, wird das Ganze noch ein wenig komplizierter. Um für ein wenig Durchblick zu sorgen, haben wir Robert Bartko, im Geschäftsbereich Leistungssport des DOSB Leiter für Verbandsberatung und Sportförderung, um eine Potenzialeinschätzung gebeten. Der 50-Jährige, der als aktiver Bahnradsportler bei den Sommerspielen 2000 in Sydney (Australien) zwei Goldmedaillen gewinnen konnte, legt Wert darauf, dass es sich bei der Analyse, die auf Basis der Daten des Statistiksystems Gracenote erstellt wird, um genau das handelt: das Medaillenpotenzial, das nicht mit einer Vorgabe oder Erwartung gleichgesetzt werden sollte.
Das ausgegebene sportliche Ziel für das 185 Athletinnen und Athleten (99 Männer, 86 Frauen) umfassende Team D lautet, den Platz unter den Top-drei-Wintersportnationen der Welt zu behaupten, der vor vier Jahren in Peking mit Rang zwei im Medaillenspiegel untermauert werden konnte. „Hinter Norwegen und den USA sehen wir Team D in einem harten Wettbewerb mit Frankreich und den Niederlanden. Es kann durchaus sein, dass mehr Medaillen für uns möglich sind als die 27 in Peking, aber erneut zwölf goldene wie 2022 zu gewinnen, wird sehr schwierig. Gleichwohl glauben wir aber fest daran, dass die Top drei ein ambitioniertes Ziel, aber keinesfalls unerreichbar sind“, sagt Robert - der als ehemaliger Hochleistungssportler natürlich weiß, dass ambitionierte Ziele wichtig sind.
In Cortina stehen Bob, Rodeln, Skeleton, Curling, Ski alpin der Frauen an
Beginnen wir unsere Italien-Reise also in einem der beiden Hauptorte. Cortina ist für das Team Deutschland so etwas wie die Zentrale, hier ist das Deutsche Haus angesiedelt, in dem traditionell Medaillenerfolge gemeinsam gefeiert werden. Der Standort wurde mit Bedacht gewählt, schließlich befindet sich in Cortina auch der Eiskanal. „Bob, Rodeln und Skeleton sehen wir auch in diesem Jahr als Medaillengaranten, die Basis für unser Gesamtergebnis wird dort gelegt werden“, sagt Robert. In die Bewertung fließen natürlich die Vorergebnisse der laufenden Weltcupsaisons ein - und die lassen darauf schließen, dass im Bob und Rodeln Deutschland ganz eindeutig die dominierende Nation sein dürfte. „Natürlich haben Olympische Spiele ihre eigenen Gesetze, aber wenn man sieht, dass wir im Viererbob der Männer drei gleichwertige Teams haben, die im Zweier genauso dominant unterwegs sind, dazu bei den Frauen ebenfalls bestens aufgestellt sind, dann dürfen wir dort einiges erwarten.“
Ähnlich sieht es im Rodeln aus, wo sich aber doch manches Mal eine andere Nation aufs Podium drängen konnte. „Auch dort haben wir aber realistische Chancen, alle Wettbewerbe zu gewinnen“, sagt Robert. Nicht ganz so erdrückend ist die deutsche Dominanz im Skeleton, wo 2022 beide Goldmedaillen in den Einzeln an Deutschland gingen. „Medaillenchancen bestehen dennoch überall, in der Mixedstaffel ist Gold am wahrscheinlichsten.“
In Cortina wird allerdings nicht nur im Eiskanal, sondern auch auf der Eisfläche performt. Das Curling-Turnier der Männer ist erstmals seit 2014 wieder mit einem deutschen Team besetzt. „Für den Verband war die Qualifikation sehr wichtig, und grundsätzlich ist es immer schön, wenn die Teamsportarten besetzt sind. Eine Platzierung zwischen vier und acht ist für die Mannschaft um Skip Marc Muskatewitz realistisch“, sagt Robert.
Ein weiteres Highlight sind in Cortina die alpinen Skirennen der Frauen. „Unsere Statistik sieht eher keinen Medaillengewinn vor, aber insbesondere Emma Aicher hat gezeigt, dass mit ihr in allen Disziplinen zu rechnen ist. Wenn sie einen guten Tag erwischt, ist sicherlich alles möglich“, sagt Robert. Gleiches gelte für die Männer, die ihre Rennen in Bormio absolvieren. „Dort ist am ehesten Linus Straßer im Slalom ein Medaillenkandidat, der über viel Erfahrung verfügt und schon oft bewiesen hat, dass er für das Podium gut sein kann.“
Bormio begrüßt die neue olympische Sportart Skibergsteigen
Bormio wird gemeinsam mit Livigno als ein Cluster gerechnet. Neben den Alpinen sind in Bormio noch die Skibergsteiger am Start, die ihre Olympiapremiere feiern dürfen. „Hier haben wir keine Vergleichswerte zu 2022, aber die Prognose sagt, dass die besten Chancen auf Edelmetall in der Mixedstaffel bestehen, zu der eine Frau und ein Mann gemeinsam antreten. Im Einzel, wo wir mit Helena Euringer, Tatjana Paller und Finn Hösch an den Start gehen, wäre eine Top-acht-Platzierung schon ein großartiges Ergebnis“, sagt Robert.
Livigno ist die Heimat der „jüngeren“ Sportarten, Snowboard und Ski Freestyle werden hier ein großes Publikum begeistern. Vor einer Athletin zieht Robert schon vor dem Start den Hut. „Ramona Hofmeister drohte wegen einer Knöchelverletzung aus dem September die Spiele zu verpassen, dann hat sie sich rechtzeitig für die Qualifikation mit zwei Weltcupsiegen zurückgemeldet. Sie hat viel Erfahrung und gilt im Parallel-Riesenslalom als wichtigste Medaillenkandidatin“, sagt er. Grundsätzlich wünscht er dem gesamten Team von Snowboard Germany, „dass sie die Leistungen, die sie regelmäßig im Weltcup bringen, endlich auch beim Saisonhöhepunkt abrufen, da fehlt noch ein wenig der Durchbruch.“ Die Prognosen ergeben viele Platzierungen zwischen Rang vier und acht.
Bei den Ski-Freestylern liegen die Hoffnungen im Skicross auf Daniela Maier und Florian Wilmsmann, „zwei erfahrenen Leuten, die das Potenzial haben, nach vorn zu fahren. Allerdings ist Skicross wegen der Dynamik des Wettkampfs unglaublich schwer zu prognostizieren“, sagt Robert. In der Halfpipe (Sabrina Cakmakli), im Big Air (Muriel Mohr) und bei den Aerials (Emma Weiß) sind drei Sportlerinnen qualifiziert, die an einem rundum guten Tag ebenfalls in Richtung Medaillenränge schauen könnten.
Der Stellenwert der Krebsprävention wächst
Expert*innen gehen davon aus, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten. Im Mittelpunkt steht dabei der initiierte Präventionsgipfel der Deutschen Krebshilfe und des Deutschen Krebsforschungszentrums, auf dem fünf zentrale Handlungsempfehlungen an die Politik vorgestellt wurden, um die Wirksamkeit der Krebsprävention bundesweit zu stärken. Flankierend dazu wird in Heidelberg ein Krebspräventionszentrum aufgebaut. Als nationales Netzwerk soll es Präventionsforschung, Früherkennung und Versorgung enger miteinander verzahnen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen (Quelle: Deutsche Krebshilfe).
Initiative "Bewegung gegen Krebs"
"Prävention endet nicht bei Strategien und Empfehlungen, sie braucht Orte, an denen sie gelebt wird. Genau hier setzt der organisierte Sport an", sagt Jakob Etzel, zuständiger Referent im DOSB. Im Rahmen der Initiative „Bewegung gegen Krebs“ von Deutscher Krebshilfe und DOSB konnten im vergangenen Jahr wichtige Impulse gesetzt werden. Mit der erstmals durchgeführten Vereinschallenge wurde ein neues Format erfolgreich etabliert. 83 Vereine sammelten gemeinsam rund 380.000 „Bewegungsminuten“. Aufgrund der großen Resonanz wird die Vereinschallenge auch in diesem Jahr fortgeführt. Darüber hinaus ist „Bewegung gegen Krebs“ erneut auf zahlreichen Veranstaltungen präsent, darunter Fachkongresse im Frühjahr wie der Deutsche Krebskongress und der Kongress Armut und Gesundheit. Im Sommer werden erstmals „Die Finals“ in Hannover, einem der größten Multisportveranstaltungen Deutschlands, angesteuert.
Silber strahlt am Ende eines überragenden Turniers
Sie haben alles gegeben, haben dem Weltmeister und Olympiasieger einen überragenden Kampf geliefert, aber am Ende war Dänemark doch zu stark für die deutschen Handballer. Nachdem die Auswahl des Deutschen Handballbunds bei der Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden zuvor Topnationen wie Frankreich, Spanien, Norwegen und im Halbfinale Kroatien geschlagen hatte, gab es am Ende Silber nach der 27:34-Finalniederlage gegen die Dänen, die nun alle drei großen Titel des Welthandballs (EM, WM, Olympia) gleichzeitig innehaben. Bundeskanzler Friedrich Merz, der zum Endspiel ins dänische Herning gereist war, klatschte Beifall, besuchte die Mannschaft nach der Medaillenzeremonie in der Kabine und unterhielt sich 20 Minuten mit den Spielern. „Was für ein Finale, was für eine starke Europameisterschaft. Ihr habt gekämpft, Nervenstärke und Teamgeist gezeigt“, schrieb Merz in den Sozialen Medien: „Ich gratuliere Dänemark zum Titel und den deutschen Handballern zum zweiten Platz und zu einem überzeugenden Turnier. Wir sind stolz auf euch.“
Vor allem dank der 14 Paraden von Andreas Wolff, der im Finale Deutschlands EM-Rekordspieler mit 42 Partien wurde und zudem der erste deutsche Handballer ist, der zum dritten Mal in einem EM-All-Star-Team steht, konnte die DHB-Auswahl lange Zeit vom ersten EM-Titel seit 2016 träumen. Selbst die frühe Rote Karte gegen Tom Kiesler nach 13 Minuten warf die Deutschen nicht aus der Bahn, der finale Schock war dann aber die zweite Rote Karte gegen Jannik Kohlbacher drei Minuten vor dem Ende. Deutschland kämpfte sich dank der Tore von Juri Knorr und Julian Köster nach dem 7:10 wieder zurück, war bis zum 27:29 in der 53. Minute auf Augenhöhe, dann aber zog ihnen Torwart Kevin Möller den Zahn - und das während der gesamten EM überragende Rückraum-Duo Simon Pytlick und Mathias Gidsel entschied, mal wieder, die Partie.
Neben Wolff (THW Kiel) hatte sich Kreisläufer Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) seinen All-Star-Team-Status wahrlich verdient. Für Golla war es das zweite Mal nach 2022. Auch wenn die Finalniederlage nach 50 ausgeglichenen Minuten absolut schmerzte, zogen Spieler und Bundestrainer Alfred Gislason ein positives Turnierfazit: „Dänemark hat den Sieg absolut verdient und ist verdientermaßen Europameister. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft und wie die Jungs während des gesamten Turniers gespielt haben. Das Team hat sich mit jedem Spiel gesteigert. Aber Dänemark ist unglaublich. Ich finde, das Ergebnis ist im Vergleich zum Spielverlauf etwas hoch. Wir haben alles getan, um die Goldmedaille zu gewinnen“, sagte Gislason.
Zusammenhalt und Erfolgshunger sollen die deutschen Eishockey-Frauen tragen
Mit sportlichen Prognosen ist das immer so eine Sache. Man weiß ja nie genau, wie die Konkurrenz wirklich in Form ist, ob die eigene Vorbereitung ausreichend war und welchen Einfluss äußere Faktoren haben werden. Eins jedoch kann Jeff MacLeod mit Sicherheitsgarantie versprechen: „Wir werden eine deutsche Mannschaft sehen, die mit 100 Prozent Erfolgshunger und Einsatzwillen an die Arbeit geht“, sagt der Bundestrainer der Eishockey-Frauen vor dem Start des Olympiaturniers. Das mag zwar wie eine Binsenweisheit klingen, aber für den 54 Jahre alten Kanadier sind es genau jene Dinge, die sein Team auszeichnen. „Wir haben eine menschlich herausragende Gruppe, in der sich alle aufeinander verlassen können. Wir sind wie eine Familie, und ich bin überzeugt davon, dass uns dieser Zusammenhalt weit bringen kann“, sagt er.
Zumindest haben diese Qualitäten dazu geführt, dass erstmals seit Sotschi 2014 wieder deutsche Frauen das olympische Eishockeyturnier bereichern. Und weil dieses bereits am Donnerstag und damit einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Winterspiele in Norditalien beginnt, erfährt MacLeods Auswahl, die sich ihr Olympiaticket beim letzten Qualifikationsturnier in Bremerhaven Anfang vergangenen Jahres sicherte, eine doppelte Wertschätzung. Nicht nur, weil sie die Medaillenkämpfe mit der Partie gegen Schweden um 12.10 Uhr in der Rho Arena in Mailand eröffnet; sondern auch, weil die Spielerinnen um Kapitänin Daria Gleißner (32/Memmingen Indians) damit die ersten Deutschen sind, die den Wettkampfbetrieb aufnehmen. „Natürlich ist das für uns eine besondere Ehre, die Vorfreude ist riesig“, sagt Angreiferin Emily Nix.
Emily Nix trifft gegen Schweden auf drei Vereinskolleginnen
Für die 28-Jährige, die in Hamburg aufwuchs und als Sechsjährige auf einer öffentlichen Eisbahn im Park Planten un Blomen entdeckt wurde, ist das Duell mit den Skandinavierinnen zusätzlich brisant. Die Stürmerin spielt im Ligabetrieb für Frölunda HC in Schweden. „Ich treffe direkt auf drei Mitspielerinnen aus dem Verein, das ist natürlich besonders, da wollen wir es uns gegenseitig noch einmal extra zeigen“, sagt sie. Das ZDF wird die Partie live übertragen, die Augen der deutschen Sportfans dürften exklusiv auf die Eishockeyfrauen gerichtet sein. „Für uns ist das eine großartige Chance, unseren Sport in ein gutes Licht zu stellen und noch bekannter zu machen. Diese Chance wollen wir unbedingt nutzen“, sagt Emily Nix.
Der Modus im Frauenturnier ist gewöhnungsbedürftig. In Gruppe A spielen die fünf besten Teams der Weltrangliste - USA, Kanada, Finnland, Tschechien, Schweiz - gegeneinander, alle fünf erreichen aber sicher das Viertelfinale. In Gruppe B muss sich Deutschland nach dem Duell mit Schweden noch mit Japan (7. Februar, 12.10 Uhr), Frankreich (9. Februar) und Gastgeber Italien (10. Februar, beide 16.40 Uhr) auseinandersetzen, die besten drei Teams stehen in der Runde der letzten acht. Schweden wird als der härteste Gruppengegner eingeschätzt. „Ich finde es gut, gleich gegen sie zu spielen, dann sind wir sofort voll drin im Turnier und wissen, wo wir stehen“, sagt Emily Nix. Zwar schaue man im Team nur von Spiel zu Spiel, der Gruppensieg wäre jedoch für den weiteren Turnierverlauf die beste Grundlage. „Und natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, sonst müssten wir doch nicht anreisen“, sagt die Hamburgerin.
Jeff MacLeod hält diesen Anspruch nicht für vermessen. „Bei den Olympischen Spielen ist jeder Gegner hart, aber wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Für uns ist zwar schon die Qualifikation ein wichtiger Schritt gewesen, aber ich glaube, dass hier viel möglich sein wird, wenn wir ins Rollen kommen“, sagt der Bundestrainer, der mit seinem Team eine interessante Gemeinsamkeit teilt. Nicht nur für die 23 Spielerinnen seines Aufgebots, sondern auch für ihn sind es die ersten Olympischen Spiele. „Ich hatte immer den Traum, es zu Olympia zu schaffen, am liebsten natürlich als Spieler“, sagt der frühere Verteidiger, der in der Deutschen Eishockey-Liga zwischen 1997 und 2004 für die Kassel Huskies auflief. „Nun als Trainer dabei zu sein, erfüllt mich auch mit Stolz und Freude, ich bin sehr gespannt auf alles, was ich erleben werde!“
27. Januar 2026: Demokratie verteidigen - Lernen aus der Geschichte des Sports
Die Rolle des Sports im NS
Die NS-Diktatur hat sich den Sport auf unterschiedliche Weise zu Nutze gemacht: Sport diente dazu, die Arbeitsmoral und Kriegstüchtigkeit zu steigern und die Freizeitgestaltung zu normieren.
Besonders zynisch zeigte sich die Rolle des Sports in den Konzentrationslagern. Einerseits sollte er dort für die Unterhaltung der KZ-Aufseher sorgen, gleichzeitig war der Sport Vernichtungsinstrument - unterernährte Menschen wurden zu Leibesübungen gezwungen, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrachen. Und nicht zuletzt diente er als Propagandamittel. Die Olympischen Spiele vor 90 Jahren waren ein Paradebeispiel dafür, wie die Nazis sportliche Großereignisse dafür nutzten, ihre Macht zu demonstrieren und ihre Ideologie zu verankern - auch über die Landesgrenzen hinaus. In “Vorbereitung” der Sommerspiele 1936 in Berlin wurden nicht nur Hunderte Antifaschist*innen verhaftet, um Protestaktionen zu verhindern. Es wurden außerdem rund 600 Sinti*zze und Rom*nja von der Polizei aus ihren Wohnungen und Wohnwagen geholt und in das Zwangslager Marzahn deportiert, welches später als Sammelstelle für Deportationen in Konzentrationslager wie Auschwitz diente. Damit wurden die Olympischen Spiele auch als Vorwand zur Umsetzung der rassistischen Verfolgungspolitik des NS-Regimes genutzt.
Sport damals - unpolitisch?
Wie nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche hat sich auch der Sport dem politischen System des Nationalsozialismus teils bereitwillig untergeordnet. Die Vielfalt an Sportverbänden, die sich einst aus jüdischen, konfessionellen, bürgerlichen und Arbeiter*innenverbänden zusammensetzte, wurde ausgedünnt und gleichgeschaltet. Widerstand kam fast ausschließlich aus den Arbeiter*innenvereinen, wobei viele Sportler*innen bereits 1933 inhaftiert und einige von ihnen ermordet wurden.
So enthoben Sportvereine teilweise in vorauseilendem Gehorsam jüdische Spieler ihrer Ämter und schlossen sie aus dem Verein aus. Dabei wurden gerade bestimmte Sportarten, wie der Fußball, vielfach durch Juden in Deutschland etabliert - nicht zuletzt durch Walter Bensemann, Gründer des Kickers und Mitbegründer des DFB.










