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“Großer Stern des Sports” in Bronze 2022 geht an Mühlenberger SV

Das Projekt „Multiplikatorenausbildung – Botschafter für eine saubere Stadt“ des Mühlenberger SV hat in diesem Jahr die “Sterne des Sports” der Hannoverschen Volksbank und damit ein Preisgeld in Höhe von 1.500 € gewonnen. Gleichzeitig hat sich der Verein so für den Wettbewerb zum “Großen Stern des Sports” in Silber auf Landesebene qualifiziert.

Auf Initiative der Hannoverschen Volksbank werden die vielen Ehrenamtlichen in den mehr als 1.000 Sportvereinen in Stadt und Region Hannover sowie Celle und Hildesheim bereits seit 19 Jahren in den Mittelpunkt gestellt. In Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund und dem Regionssportbund Hannover sowie dem Kreissportbund Celle und dem Kreissportbund Hildesheim wurden unter der Schirmherrschaft von Sidney Parsons, Cheftrainerin des Basketball-Bundesligisten TK Hannover – „Die Luchse“, die “Sterne des Sports” 2022 in Bronze ausgeschrieben.

Zahlreiche Vereine hatten sich um den begehrten „Oscar des Breitensports“ beworben, sechs kamen mit ihren Projekten in die engere Wahl für den „Großen Stern des Sports“ und stellten diese auf der Ehrungsveranstaltung am 23. August im Expo-Wal der Jury und den geladenen Gästen aus Sport, Politik und Verwaltung vor. “Alle sechs Projekte waren sehr überzeugend, entsprechend knapp viel auch das Ergebnis aus”, war aus der Jury zu vernehmen.

Zwei “Kleine Sterne” in Bronze und 1.000 € gingen zum einen an den zweitplatzierten TKH für das Projekt „Aktive Inklusion – Rollstuhlfahrer:innen beim TKH-Tischtennis“ sowie zum anderen an den drittplatzierten Sozialsportverein Herzschläger für das Projekt „Kostenfreie Sportangebote für Menschen in wirtschaftlicher Not und ohne Obdach“.

Da der Hannoverschen Volksbank auch die verbleibenden drei Projekte sehr am Herzen liegen, entschloss man sich auch an diese Vereine ein Preisgeld zu zahlen. So konnten sich der Deutsche Alpenverein Sektion Hannover, der RVC Wedemark sowie der TuS Schwüblingsen über jeweils 500 € freuen.

 

Die Projekte im einzelnen:

  • 1. Platz Mühlenberger SV | „Multiplikatorenausbildung – Botschafter für eine saubere Stadt“

Gemeinsam mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha), dem Verein Sport als Chance, der Per Mertesacker Stiftung und dem Stadtteilzentrum Weiße Rose hat der Mühlenberger SV ein Pilotprojekt entwickelt, in dem Kinder ihren aktiven Beitrag zum sozialen Miteinander im Stadtteil leisten. Ziel ist es, die teilnehmenden Kinder zu Multiplikatoren für eine saubere Stadt zu schulen. Die Kinder werden über einen spielerischen Ansatz zu Sauberkeitsbotschaftern ausgebildet. Das Projekt „Multiplikatorenausbildung – Botschafter für eine saubere Stadt“ beinhaltet neben der regulären Müllsammelaktion im Stadtteil Mühlenberg auch eine Weiterbildung der Kinder in Sachen Mülltrennung, Müllvermeidung und Recycling. Nach dem Projekt sind die Teilnehmer:innen in der Lage, ihr neu gewonnenes Wissen an ihre Bekannten, Freunde und Familien zu vermitteln. Somit wird durch das Projekt eine hohe Anzahl an Menschen erreicht, um eine möglichst große positive Veränderung zu erzielen.

  • 2. Platz Turn-Klubb zu Hannover – Tischtennis | „Aktive Inklusion – Rollstuhlfahrer:innen beim TKH-Tischtennis“

Für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer gibt es in der Region Hannover nur wenige Möglichkeiten, Tischtennis zu spielen, und wenn, dann sind sie meist unter sich. Das erschien der TKH-Tischtennis-Abteilung als zu wenig und vor allem zu ausgrenzend. Besonders thematisiert wurde das, als Raif Shabani als erster Rollstuhlfahrer in die TKH-Tischtennis-Abteilung kam. Er suchte eine Möglichkeit zum Spielen, auch mit Fußgängerinnen bzw. Fußgängern. Trainer Norbert Schramm und er entwickelten engagiert alle Möglichkeiten, dass Rollstuhlfahrende beim TKH spielen können. Norbert Schramm arbeitete sich intensiv in ein spezielles Rollstuhltraining ein, er ist mittlerweile ein Experte auf diesem Gebiet. Und der Verein erwarb zwei speziell baulich angepasste Tische für die Rollstuhlfahrenden. Und so bindet die TKH-Tischtennis-Abteilung seit 2018 unter der Überschrift „Aktive Inklusion – Rollstuhlfahrer:innen beim TKH-Tischtennis“ Rollstuhl-Fahrende in den gesamten Trainings- und Spielbetrieb mit ein. Körperlich und auch geistig beeinträchtigte Rollstuhl-Spielerinnen und -spieler trainieren gemeinsam mit stehenden Spielerinnen und Spielern. Auch bei Punkt- und Pokalspielen treten sie in den Teams der Fußgängerinnen und Fußgänger an. Darüber hinaus bilden Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer auch ein eigenes Rollstuhl-Team, das erfolgreich in der 2. Tischtennis-Bundesliga spielt.

  • 3. Platz Herzschläger e.V. | „Kostenfreie Sportangebote für Menschen in wirtschaftlicher Not und ohne Obdach“

Herzschläger e.V. ist ein Sozialsportverein, der 2018 in Hannover gegründet wurde und versucht, kostenfreie Sportangebote für Hannoveranerinnen bzw. Hannoveraner zu initiieren. Auf der Suche nach einer Lokalität für sportliche Aktivitäten für Jedermann – unabhängig z.B. vom wirtschaftlichen Status – kam es zu einer Kooperation auf dem Gelände der Johann-Jobst-Wagenerschen Stiftung. Es entstand das Projekt „Kostenfreie Sportangebote für Menschen in wirtschaftlicher Not und ohne Obdach“. Dabei werden u.a. die Bewohner der Stiftung – Menschen in wirtschaftlicher Not – aber auch Anwohner und Menschen ohne Obdach in Bewegung gesetzt. Das Training erfolgt auf dem Außentrainingsparcours der Stiftung. und ist für die Teilnehmenden kostenfrei, da Vereinsbeiträge zu den größten Barrieren zum Eintritt in den Sport zählen.

 

  • 4. Plätze

  • Deutscher Alpenverein Sektion Hannover e.V. | Inklusionsgruppe “Klettern Spezial” 

Ende 2015 eröffnete die DA Sektion Hannover ihre Kletterhalle GriffReich, doch: Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen waren zunächst nicht dabei. Das sollte sich sehr schnell ändern, fast zeitgleich hatte das Bundeslehrteam des Deutschen Alpenvereins die neue Trainerausbildung Klettern für Menschen mit Behinderung angeboten. Es war schnell klar: Die Sektion Hannover ist dabei, direkt neue Wege zu beschreiten. Begonnen wurde mit einem Kletterangebot in 2016 mit einer Trainerin und einer Helferin für einige MS-Erkrankte alle drei Wochen. Dann häuften sich die Anfragen vieler Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen in der Region Hannover. Es sprach sich quasi herum, dass im GriffReich wirklich jede bzw. jeder klettern kann. Zu Beginn war die kleine Gruppe ein wenig isoliert, aber im Laufe der Zeit änderte sich das langsam aber sichtbar. Es wurde eine Inklusionsgruppe mit dem Namen “Klettern Spezial” gegründet, das Ehrenamt Inklusionsbeauftragte geschaffen. Der Gruppe gehören heute rund 25 Personen an. Der DAV hat sich mit dem Projekt „Klettern für Menschen mit Einschränkungen“ beworben.

  • RVC Wedemark | „TRAININGSOFFENSIVE für TRAINER“

Bedingt durch die Pandemie haben die verantwortlichen beim RVC Wedemark seit Ende letzten Jahres deutliche Defizite im motorischen (aber auch kognitiven und sozialen) Bereich der jüngeren Vereinsmitglieder beobachtet. Auch die Kinder, die in die Nachwuchsgruppen neu einsteigen, beginnen auf einem deutlich niedrigerem Niveau als noch vor zwei Jahren. Dem möchte man beim RVC Wedemark gezielt entgegenwirken, indem die Nachwuchstrainer unterstützt und ganz besonders die Zahl der Helferinnen und Helfer in den Nachwuchsgruppen erstens aufgestockt und zweitens qualifiziert werden. Das Projekt „TRAININGSOFFENSIVE für TRAINER“ wurde ins Leben gerufen. Anfang 2022 wurde eine enge Begleitung der Nachwuchsgruppentrainer und deren Helfer durch ausgebildete Turn-Trainer, Physiotherapeuten und Pädagogen in Form von Kurzworkshops (Longieren, Spielideen, rückenschonende Hilfestellung, zuckerarme Ernährung usw.) aber auch ein Erste-Hilfe-Kurs sowie eine Schulung in Bad Iburg zum Thema “pferdeschonendes Voltigieren” initiiert.

  • TuS Schwüblingsen von 1922 e.V. | „Erstmalige Abnahme des Deutschen Sportabzeichens“ zum 100-jährigen Jubiläum

Der TuS Schwüblingsen von 1922 e.V. feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wollte der Verein für seine 321 Mitgliedern, aber auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern des kleinen Dorfes (ca. 580 Einwohner), ein neues Sportangebot bieten: die „Erstmalige Abnahme des Deutschen Sportabzeichens“. In Eigenleistung wurde hierfür eine neue Weitsprunganlage gebaut und alle erforderlichen Sportgeräte gekauft, damit bis auf die Schwimmwettbewerbe alle Übungen vor Ort durchgeführt werden können. Beim Helfertag Anfang April haben 33 Mitglieder des Vereins beim Bau der neuen Weitsprunganlage geholfen bzw. verschiedene Arbeiten auf dem Sportgelände durchgeführt. Zehn ehrenamtliche Mitglieder des TuS Schwüblingsen haben sich als Wertungsrichter ausbilden lassen, um auch in den Folgejahren das Sportabzeichen abnehmen zu können.

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