Sport für benachteiligte Kinder und Jugendliche

Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) / HannoverAktivPass (HAP)

Foto: LSB NRW (C) Andrea Bowinkelmann

Zur Sicherung des Lebensunterhaltes beziehen etwa 17% der Bevölkerung Hannovers so genannte Transferleistungen vom Staat, darunter viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Da diese Unterstützungsleistungen knapp bemessen sind, versuchen Familien „unnötige“ Kosten für einen Theaterbesuch, den Musik- oder Sportunterricht und ähnliche Freizeitbeschäftigungen zu vermeiden. Teilhabe und Chancengleichheit werden den jungen Menschen auf diese Weise oft verwehrt. Das bundesweite Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) sowie der von der Stadt Hannover aufgelegte HannoverAktivPass (HAP) ergänzen daher die Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche, um ein gleichberechtigtes Mitmachen in Kita und Schule sowie bei Sport, Spiel und Kultur zu ermöglichen.

So verhelfen die Finanzmittel aus BuT und HAP Kindern und Jugendlichen auch zu einer Sportausübung. Interessant für die Sportvereine ist hier die Kombinationsmöglichkeit der Leistungen aus BuT und HAP. Beispielsweise könnten BuT-Mittel für Sportausrüstung und HAP-Mittel für den Mitgliedsbeitrag und die Ferienfreizeit verwendet werden. Sollten Mitgliedsbeiträge jedoch bereits vollständig über BuT finanziert worden sind, dürfen diese nicht noch einmal über den HAP geltend gemacht werden. Bei der Nutzung des HAP für die Vereinsmitgliedschaft müssen Eltern bzw. gesetzliche Vertreter eine schriftliche Erklärung abgeben, dass dieser nur in einem Sportverein eingesetzt wird. Bei Familienbeiträgen werden bis zu 10 € pro Kind/Jugendlichem anerkannt. Lediglich dann, wenn die Erstattung nur teilweise über BuT-Leistungen erfolgt ist, darf der Restbetrag mit entsprechender Erläuterung über den HAP beantragt werden.

Den Mitgliedsbeitrag erhält der Verein nicht direkt vom Mitglied, sondern nach eigener Anforderung von der Region Hannover bzw. der Stadt. Letztere gleicht auch im Falle von Ferienfreizeiten „Verluste“ des Sportvereins durch reduzierte Teilnehmerbeiträge für Anspruchsberechtigte aus, wobei eine vorherige Anmeldung der Ferienmaßnahme bei der Stadt erforderlich ist.

Da es keine Übersicht über den verbleibenden BuT-Betrag eines Anspruchsberechtigten gibt, verbleibt ein gewisses Ausfallrisiko beim Verein, wenn die zur Verfügung stehenden 120 € bereits anderweitig ausgeschöpft wurden. Die Abrechnung eines Vereins wird in diesem Fall gekürzt oder abgewiesen. Das zuständige Team der Region Hannover arbeitet hier gegenwärtig an einer Lösung für mehr Transparenz. Der Verein kann versuchen, eine Beitragserstattung über den HAP von der Stadt zu erhalten.

Vereinsbeiträge von Erwachsenen werden im Übrigen grundsätzlich nicht übernommen. Hier müssen andere Lösungen - wie Patenschaftsmodelle oder kostenlose Mitgliedschaften - gefunden werden, um diesen Menschen das Sporttreiben im Verein zu ermöglichen.

Die wichtigsten Leistungsaspekte von BuT und HAP haben wir für Sie in einer Übersicht zusammengestellt.

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten: