Sportforum 2011: Hallo? Versteht mich jemand? Kommunikation im Verein – Garant für den Erfolg
Das erstmals im Frühjahr eines Jahres durchgeführte Sportforum bot den Gästen im noch vom Tageslicht durchfluteten Foyer des Toto-Lotto-Saals eine ganz besondere Atmosphäre, um sich vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn zunächst an den Ausstellungsständen zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Ganz nebenbei bat das Improvisationstheater auf Notizzetteln um „Ihren einSatz bitte“ und machte neugierig auf das, was da noch kommen mochte.
Und das war eine ganze Menge!
Rita Girschikofsky, Präsidentin des Stadtsportbundes, hieß zunächst die Teilnehmer persönlich willkommen und begrüßte ganz besonders die Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft. Schirmherr, Oberbürgermeister Stephan Weil - zurzeit auf Besuch in der Partnerstadt Bristol - ließ sich durch den Bürgermeister Bernd Strauch mir einem kurzen treffenden Grußwort vertreten.
Und dann ging es richtig los. Patricia Harlos, Moderatorin der Theatersportgruppe, brachte mit Ihrem humorvollen Warm-Up richtig Schwung ins Publikum und schärfte die Wahrnehmung für die Thematik. Nachdem die Teilnehmer zum Abbau von Berührungsängsten zunächst einmal aufstehen mussten, um mit dem Nachbarn Blickkontakt aufzunehmen und über zwei Reihen hinweg jemandem die Hand zu geben, folgten gymnastische Einlagen aus abwehrenden Körperübungen wie Schultern zucken, Kopf schütteln, abwehrend Hände wedeln und nicht zuletzt als Spitze des Konfrontationskurses dem Nachbarn ordentlich auf die Füße zu treten. Die Eskalation blieb schließlich aus, als man über seinen eigenen Schatten sprang und mit Nicken und Klatschen dem Nachbarn schließlich Verständnis signalisierte. „5, 4, 3, 2, 1, los!“ So angezählt, stellten die Schauspieler von Hannover 98 munter mit ihrem durch das Publikum inspirierten Spiel skurrile Szenen dar, bei denen sie auch die auf dem Boden liegenden „einSätze“-Zettel der Gäste spontan einbauten. Zum Abschluss hielten die vier Darsteller zum Thema „nicht gezahlter Mitgliedsbeitrag“ einen improvisierten Vortrag, bei dem jeder jeweils nur ein Wort einbringen durfte und kamen darin zu dem Schluss, dass die Mitglieder der Schwimmabteilung schon zahlen würden, wenn man Ihnen einfach das Wasser im Becken ablassen würde…
Ob das Dr. Ingo Bergner, Unternehmensberater und Mitbegründer „der lösungsorientierten Beratung für Sportorganisationen“, auch als optimale Lösung für diesen Konflikt sähe? In seinem Referat zur Kommunikation im Verein der Zukunft machte er auf die zunehmende Verschiedenheit der Menschen und der damit verbundenen unterschiedlichen Wahrnehmung innerhalb der Gesellschaft aufmerksam, vor der auch die Vereine nicht verschont blieben und das Funktionieren der Kommunikation erschwerten. Als pragmatisches Beispiel ganz unterschiedlicher Assoziationen bei scheinbar eindeutiger Begrifflichkeit führte Bergner das Wort „Feder“ an, bei dem je nach Herkunft oder Erfahrung ganz verschiedene Bilder von der Schreibfeder, über die Industriefeder bis hin zur Bettfeder in den Köpfen entstünden. Erst durch den aktiven verbalen Austausch durch Nachfragen und Erklären käme es bei allen Beteiligten zu einem gemeinsamen Verständnis, auf dessen Grundlage weiter gearbeitet werden könne. Als wahres „Zaubermittel“ gegen Stress führte er die Wertschätzung an. Durch Dank und Anerkennung des anderen und dessen Leistung würden die vorderen Bereiche des Gehirns und damit Kreativität und Kooperationsbereitschaft aktiviert. Wichtig sei außerdem zu schauen, was hat funktioniert und die Lösung ins Visier zu nehmen, statt nach dem Warum zu fragen. Besonders einprägsam war Bergners abschließendes Bild von dem Elefanten, der von einer ganzen Reihe blinder Menschen untersucht wurde. Jeder dieser Personen hatte sicher einen ganz unterschiedlichen Eindruck, was einen Elefanten ausmacht. Erst durch das Gespräch untereinander könne doch ein Bild des Elefanten entstehen. Also, sein Tipp, „Tun Sie sich zusammen, um ein vollständiges Bild der Wirklichkeit zu erhalten!“
Die Präsentation zu dem Vortrag finden Sie hier.
In den nachfolgenden drei Workshops hatten die Teilnehmer die Möglichkeit zu unterschiedlichen Fragestellungen eigene Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, um daraus dann die „Goldenen Regeln“ für Kommunikation in ihrem Verein zusammenzutragen. Die Themen im Einzelnen:
- Macht eine gemeinsam erarbeitete Gesprächskultur im Verein Sinn?
- Wie ist mit Störungen in der Kommunikation beispielsweise in einer Vereinsversammlung umzugehen?
- Wie funktioniert gemeinsame Kommunikation zwischen allen Altersgruppen und welche Medien können genutzt werden?
Die von den Gruppen erarbeiteten Inhalte finden Sie auf unseren Internetseiten in der Bildergalerie.
Die positiven Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis bestätigen, dass auch das Sportforum 2011 den Vereinen wieder wichtige Impulse für die erfolgreiche Vereinsarbeit gegeben hat. Um Ihnen auch im kommenden Jahr wieder ein ansprechendes Thema auf dem Forum anbieten zu können, nehmen wir gerne Anregungen aus Ihrem Vereinsalltag auf.
